Letzte Aktualisierung: 13.05.2016

 

Abgeltungssteuer seit 2009

Abgeltungssteuer - Was genau ist die Abgeltungssteuer?

Die Abgeltungssteuer ist eine am 01.01.2009 eingeführte Steuer, die auf alle Kapitaleinkünfte erhoben wird. Seit dem dem 1. Januar 2009 ist vorgeschrieben, dass alle inländischen Banken und Sparkassen auf sämtliche Kapitaleinkünfte ihrer Kunden eine pauschale Steuer von 25% zuzüglich Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer abführen. Unter die Kapitaleinkünfte fallen insbesondere Zinsen (auch aus Tagesgeld und Festgeld), Dividenden, Erträge aus Zertifikaten und Fonds sowie Gewinne und Wertsteigerungen aus allen anderen Wertpapieren. Die Abgeltungssteuer wird von den Banken direkt an das Finanzamt anonym abgeführt (Prinzip der Quellensteuer). Mit diesem Abgeltungssteuer Steuerabzug ist die Einkommensteuer des Steuerpflichtigen für die Kapitaleinkünfte abgegolten (dadurch erklärt sich die Namensgebung). Die Abgeltungssteuer war in 2009, aber auch schon das Jahr zuvor in 2008 in aller Munde. Viele Anleger, Versicherungsnehmer und auch teilweise Berater waren verunsichert und überlegten sich, welches Vorgehen angesichts der Abgeltungssteuer das richtige ist. Finanzinstitute wie Banken und Versicherungen versuchten auf die Abgeltungssteuer (mehr oder weniger) zugeschnittene Produkte an ihre Kunden zu verkaufen. Dabei unterschieden sich die Ansätze zum Teil gewaltig. So war von Fondsgesellschaften und auch von Banken immer wieder der Begriff "Dachfonds" zu hören, wohingegen die Versicherungsgesellschaften vor allem die Produkte Rentenversicherungen und Lebensversicherungen (teilweise in Verbindung mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung) anpreisten, um der drohenden Abgeltungssteuer zu entgehen. Abgeltungssteuer

Doch welche Lösungen sind auch im Jahr 2016 tatsächlich sinnvoll und bei welchen Ansätzen handelte es sich lediglich um eine willkommene Gelegenheit, durch die Abgeltungssteuer, den Verkauf anzukurbeln? Weitere Fragen die sich in diesem Kontext stellen: Wen betrifft die Abgeltungssteuer und in welchem Maße macht sie sich bemerkbar? Gibt es Personen, die nach Einführung der Abgeltungssteuer sogar besser gestellt sind, als vor ihrer Einführung? Welche Formen der Geldanlage sind von der Abgeltungssteuer betroffen und bei welchen ändert sich aus steuerlicher Sicht nichts?

Abgeltungssteuer 2009 - Daten

Auf alle Kapitalerträge wie Dividenden, Zinsen oder Kursgewinnen müssen Anleger seit dem 01.01.2009 Abgeltungssteuer in folgender Höhe entrichten:

 

Daraus resultiert folgende Abgeltungssteuer:

 

Abgeltungssteuer 2009 - Erläuterung und Hintergrund

Das Ziel der Abgeltungssteuer war es, im internationalen Vergleich einen wettbewerbsfähigen Steuersatz auf Kapitaleinkünfte zu bekommen. Anlegergelder sollten in Deutschland gehalten oder sogar bislang im Ausland liegendes Kapital wieder zurückgeholt werden. Auf den ersten Blick betrachtet wirkte die neue Abgeltungssteuer 2009 deshalb zunächst positiv. Außerdem wurde das sehr komplizierte und fehlerträchtige Steuererklärung Formular zur Erklärung der Kapitalerträge nicht mehr benötigt. Auf den zweiten Blick wurde jedoch klar, dass nicht alle Konsequenzen der Abgeltungssteuer positiv sind.

Alle Steuerpflichtigen mit einem Steuersatz von weniger als 25 Prozent, können sich über ihre Einkommensteuererklärung die Differenz zum tatsächlichen Steuersatz vom Finanzamt erstatten lassen. Für alle anderen (also mit einem Steuersatz größer oder gleich 25% ist die Besteuerung der Kapitaleinkünfte damit abgegolten. Damit gilt: Je höher der persönliche Steuersatz ist, desto größer wird die Steuerersparnis sein. Ein zusätzlicher Effekt verstärkt diese Wirkung: Weil die Kapitalerträge nicht mehr in der Steuererklärung angegeben werden müssen, werden sie nicht mehr zu den übrigen Einkünften hinzuaddiert und führen deshalb nicht mehr zu einem steigenden Steuersatz durch den progressiven Einkommensteuertarif.

Es gibt jedoch auch einen Nachteil für Anleger mit hoher Steuerlast: Mit der Einführung der Abgeltungsteuer 2009 wurde auch gleichzeitig die ehemals nur halbe Steuerpflicht von Dividendenerträgen (das sogenannte Halbeinkünfteverfahren) abgeschafft.

Abgeltungssteuer 2009 - Abschaffung der Spekulationsfrist und die Folgen

Weitaus bedeutsamer im Rahmen der Einführung der Abgeltungssteuer war somit die Abschaffung der Spekulationsfrist, die bis dahin 12 Monate betrug. Für ab dem Jahr 2009 erworbene Wertpapiere ist jeder Wertzuwachs steuerpflichtig. Realisierte Wertverluste können mit Gewinnen aus Wertpapiergeschäften, jedoch nicht mit anderen steuerpflichtigen Einkünften verrechnet werden. Dies bedeutet insbesondere für den langfristig orientierten, an seine Altersvorsorge denkenden Anleger einen massiven Renditeverlust.

Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) hatte zahlreiche Simulationsrechnungen zu den Auswirkungen der Abgeltungsteuer auf die langfristige Aktienanlage erstellt. Hierzu wurde ein 20-jähriger Prognosezeitraum betrachtet. Das Ergebnis: Am "besten" stellt sich der Anleger, der ein erworbenes Wertpapier 20 Jahre liegen lässt und dann erst verkauft. Er verliert "nur" 30% im Vergleich zur bis dahin geltenden Regelung vor der Abgeltungssteuer. Ein sehr aktiver Anleger, der keine "buy and hold" - Strategie verfolgt, sondern stattdessen seine Altersvorsorge aktiv managt und jährlich sein Depot umschichtet, macht schon bis zu 50% Verlust. Wird dann noch berücksichtigt, dass die Inflation auch immer einen Teil der Rendite vernichtet, so bleiben dem Anleger mit der Einführung der Abgeltungssteuer oft weniger als 20% realer Wertzuwachs - und das nach 20 Jahren der Geldanlage.

Abgeltungsteuer 2009 - Folgen für die Altersvorsorge

Das Ergebnis der Abgeltungssteuer ist erschreckend, besonders vor dem Hintergrund, dass die private Altersvorsorge häufig in niedrig verzinste Anlagen fließt. Der demographische Wandel erfordert bekanntermaßen, dass sich die heute jüngere Generation eine erhebliche Summe für die Altersvorsorge anspart. Um dieses Ziel erreichen zu können, müsste diese Generation sehr viel stärker in zwar riskantere, dafür aber langfristig deutlich ertragreichere Aktienanlagen oder Fondsanlagen investieren. Durch die Einführung der Abgeltungssteuer 2009 und die Abschaffung der Spekulationsfrist auf langfristige Veräußerungsgewinne wurden alle Appelle der Regierung zur privaten und eigenverantwortlichen Altersvorsorge dadurch ad absurdum geführt.

 

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