Letzte Aktualisierung: 13.06.2017

 

Abgeltungssteuer 2017 | Zertifikate

Eigenschaften bei Zertifikaten durch die Abgeltungssteuer

Bis Ende 2009 galten Zertifikate als steuerfreie Geldanlagen. Diese Zeiten sind vorbei, denn alle Zertifikate, die von Anlegern seit dem 15. März 2007 gekauft wurden, fallen seitdem unter die Abgeltungssteuer. Das heißt, alle Kursgewinne, die nach dem 30.06.2009 entstehen, sind abgeltungssteuerpflichtig. Steuerexperten sehen daher Zertifikate als eine der schlechtesten Anlageformen an. Während für viele Fonds, Anleihen und auch Aktien gewisse Übergangsregelungen galten, ist das bei Zertifikaten nicht der Fall gewesen. Wer bei den drei genannten Anlageformen seine Anteile länger als ein Jahr hielt, konnte noch von jahrzehntelanger Steuerfreiheit profitieren. Leider wurde die Übergangsregelung von der Finanzindustrie allzu stark beworben, was zur Folge hatte, dass für diese die Übergangsregelung dann hinfällig wurde.

Besteuerung von Zertifikaten Abgeltungssteuer Zertifikate

Wie die Zertifikate besteuert werden, hängt davon ab, wann sie gekauft wurden und wie lange diese vor dem Verkauf von dem Anleger gehalten wurden. Das bedeutet, dass Zertifikate, die bis zum 14. März 2007 gekauft wurden, auch weiterhin steuerfrei sind. Dasselbe gilt für Zertifikate, die länger als ein Jahr gehalten wurden und vor dem 01.01.2009 verkauft werden. Ansonsten gilt für Zertifikate vorerst der persönliche Steuersatz, der auf die Kursgewinne zu zahlen ist. Seit dem 01.01.2009 gilt für die Kursgewinne dann der Abgeltungssteuersatz zuzüglich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer. Finanzexperten rieten in 2008 den Anlegern, ihr Geld in Zertifikatefonds anzulegen. Alle Investitionen, die bis zum Ende des Jahres in Zertifikatefonds getätigt wurden, profitierten von der Übergangregelung und sind auch künftig steuerfrei. Allerdings ist das auch nicht die beste Lösung, denn die Entwicklung von Zertifikaten ist sehr schlecht voraussehbar. Außerdem wird der Anleger nicht viel Gewinn machen, weil die Rendite bei Zertifikaten ohnehin nicht sehr hoch ist und nun auch noch zusätzliche Kosten auf den Anleger zukommen, die die Rendite fast auffressen würden. Neben den Kosten für die Zertifikate, die sich durchaus sehen lassen können, kämen bei den Fonds nun auch noch die Verwaltungsgebühren von bis zu vier Prozent.

Der einzige Vorteil der Zertifikatefonds liegt also nur in der Steuerersparnis, die allerdings auch nicht besonders lange anhält. Die Steuerfreiheit gilt nämlich nur für die Fonds, die bis zum Ende 2008 erworben wurden, danach werden auch Neukäufe in die Pflicht genommen. Meist handelt es sich bei den Zertifikatefonds auch um Bonuszertifikate oder sogenannte Discountzertifikate, die für Sparer, die ihr Geld langfristig anlegen möchten, eher ungeeignet sind.

Momentan wird mit einem neuen Produkt geworben, welches aber von Seiten vieler Finanzexperten als bedenklich und auch teuer gilt. Es handelt sich hierbei um Versicherungen, die die Beiträge in Zertifikate stecken. Das ist zwar insofern ein guter Denkansatz, da ja die Versicherungen, sofern sie länger als 12 Jahre gelaufen sind und erst nach dem 60 Lebensjahr ausgezahlt werden, nur zur Hälfte steuerpflichtig sind. Die Sache hat allerdings auch einen Haken. Zum einen sind Versicherungen und Zertifikate sehr teure Produkte am Finanzmarkt, zum anderen ist der Anleger an eine Versicherung sehr lange Zeit gebunden. Eine vorzeitige Auszahlung ist nur durch Kündigung der Versicherung möglich, was aber erhebliche finanzielle Einbußen zur Folge hat. Des Weiteren sollte man nicht zu vorschnell in diese Anlageform investieren, da möglicherweise der Steuervorteil auch bald hinfällig wird, da die Regierung bereits dessen Streichung ins Auge gefasst hat.

Wer allerdings Garantiezertifikate besitzt, kann sich künftig freuen. Denn während die Kursgewinne auch bisher schon versteuert werden mussten und zwar mit dem persönlichen Steuersatz von bis zu 45 Prozent, gilt für diese ab 2009 auch die Abgeltungssteuerregelung. Wer Verkäufe dieser Finanzinnovationen plant, sollte diese noch bis zum neuen Jahr hinauszögern, um in den Genuss der niedrigeren Abgeltungssteuer zu kommen. Laut Finanzexperten sind Garantiezertifikate nicht besonders gut für langfristige Geldanlagen geeignet, da sie bei Kursgewinnen oft das Schlusslicht bilden. Wer seine Steuerlast senken möchte, kann die Zertifikate, die Verluste zu verbuchen haben, verkaufen. Durch die Verrechnung mit Gewinnen wird das zu versteuernde Kapital geschmälert.

 

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